Zurück zur Übersicht Ratgeber

Truma iNet Box Upgrade: Welche Wege es wirklich gibt

Lesezeit: 9 Min
CampMatic

„Truma iNet Box Upgrade" wird oft gesucht, aber selten dasselbe damit gemeint. Die einen wollen ihre vorhandene Box auf einen neueren Stand bringen. Die anderen haben gar keine und wollen einfach erreichen, dass sich die Heizung per Handy bedienen lässt.

Beides führt zur selben Frage: Wie komme ich zu App und Fernsteuerung? Dafür gibt es zwei ernsthafte Wege — und sie unterscheiden sich vor allem im Aufwand.

Eines vorweg, damit keine falsche Erwartung entsteht: Ein Software-Update, das die iNet Box moderner macht, gibt es nicht. Die Box ist ein GSM-Modem und kommuniziert per SMS über das 2G-Netz. Daran lässt sich per Update nichts ändern. Truma hat die Produktion Anfang 2023 eingestellt, App-Updates enden am 1. Januar 2027, der Support am 1. Januar 2028.

Weg 1: Das Bedienteil tauschen — Truma iNet X

Trumas eigener Nachfolger heißt iNet X. Wichtig zu verstehen: Das iNet X Panel ersetzt das CP Plus, es kommt nicht zusätzlich dazu. Für die Fernsteuerung gehört ein zweites Gerät dazu, der iNet X Connect — ein Remote-Modul mit fest eingebauter eSIM. Eine eigene SIM-Karte musst du also nicht mehr besorgen, und SMS spielen keine Rolle mehr.

Was das bedeutet:

  • Das vorhandene Bedienteil wird ausgebaut und durch das neue Panel ersetzt
  • Kosten: Das Set aus Panel und Connect liegt bei ungefähr 500 Euro, je nach Händler und Ausführung
  • Laufende Kosten: Der Remote-Dienst ist zwei Jahre enthalten, danach kostet er rund 69 Euro pro Jahr
  • Nicht für jede Heizung: Trumas Kompatibilitätsliste nennt für die Gas-Modelle Combi 4 und Combi 6 das Baujahr 2018 als Grenze, teils zusätzlich mit konkreten Seriennummern

Dieser letzte Punkt ist der wichtigste — und er wird leicht übersehen. CP Plus und iNet Box wurden bereits ab etwa 2014 verkauft. Wer eine ältere Combi hat, kann eine funktionierende iNet Box besitzen und trotzdem nicht auf iNet X wechseln. Truma formuliert das zur eigenen Treueaktion selbst vorsichtig: Der Wechsel sei „nicht in jedem Fahrzeug und nicht mit jeder bestehenden Gerätekonfiguration möglich".

Bevor du hier Geld in die Hand nimmst, lohnt sich also der Blick auf Baujahr und Seriennummer deiner Heizung. Was du tun kannst, wenn deine Combi zu alt ist, haben wir hier aufgeschrieben.

Übrigens läuft derzeit eine Truma-Treueaktion: Wer eine registrierte iNet Box besitzt, bekommt beim Kauf eines iNet X Connectivity Set 2 zwei zusätzliche Gratisjahre für den Remote-Dienst. Sie läuft noch bis Ende November 2026 — sofern die eigene Konfiguration überhaupt kompatibel ist.

Weg 2: Eine Box ergänzen — das CP Plus bleibt

Der zweite Weg geht andersherum: Statt das Bedienteil zu ersetzen, kommt ein zusätzliches Gerät an einen freien Anschluss der Heizung. Das CP Plus bleibt, wo es ist, und funktioniert unverändert weiter. Genau das macht CampMatic.

Praktisch heißt das:

  • Nichts wird ausgebaut. Kein Loch, keine Blende, kein verändertes Cockpit
  • Einbau in rund zehn Minuten — ein Stecker in die Truma, eine 12-V-Versorgung, fertig
  • Kein Eingriff in die Fahrzeugelektrik, die Garantie auf die Truma Combi bleibt unberührt
  • Keine laufenden Kosten für die Bedienung per App
  • Du bedienst weiterhin beides: per App aus der Ferne oder direkt am CP Plus, ganz wie es gerade passt

Funktional bekommst du das, was die meisten mit „Upgrade" meinen: aktueller Status beim Öffnen der App, Temperatur und Betriebsart setzen, Zeitpläne, Meldungen per Telegram-Bot und auf Wunsch die Einbindung in Home Assistant per MQTT — dort ist auch Sprachsteuerung möglich, dafür braucht es allerdings ein kostenpflichtiges Cloud-Abo oder eine manuell eingerichtete Anbindung.

Unterstützt werden alle kompatiblen Modelle (Gas wie Diesel) mit CP Plus ab Firmware C4, egal in welchem Fahrzeug — u. a. im VW Grand California getestet. Ein „iNet ready"-Aufkleber auf dem CP Plus ist ein gutes Zeichen: Dann ist die nötige Bus-Elektronik vorhanden.

Die Verbindungsfrage: WLAN oder eigene SIM?

Damit die App von unterwegs funktioniert, muss die Box ins Internet. Dafür gibt es zwei Varianten, und welche besser passt, hängt davon ab, wie du unterwegs bist.

CampMatic Truma 4G bringt die Verbindung selbst mit. Du legst eine SIM-Karte deiner Wahl ein — Prepaid, Vertrag oder IoT-Tarif — und die Box ist erreichbar, ganz ohne WLAN in der Nähe. Das ist der unkomplizierteste Weg, wenn das Fahrzeug oft allein an Orten ohne Netzinfrastruktur steht, etwa im Winterlager.

CampMatic Truma WiFi hängt sich in ein vorhandenes WLAN: das des Campingplatzes, den Hotspot deines Handys oder einen mobilen Router im Fahrzeug. Das ist die günstigere Variante — vorausgesetzt, es ist ein Netz da.

Und genau hier lohnt ein Blick auf mobile WLAN-Hotspots, die ohne eigene SIM-Karte auskommen. Solche Geräte arbeiten mit CloudSIM-Technik: Sie wählen selbstständig das jeweils beste verfügbare Netz — auch im Ausland, ohne dass du SIM-Karten tauschst oder dich um Roaming kümmerst. Manche Anbieter, etwa GlobLinker, geben jeden Monat ein kostenloses Datenkontingent dazu.

Für die Heizungssteuerung ist so ein Kontingent reichlich bemessen: Die Box tauscht nur kurze Statusmeldungen aus, das bewegt sich im Bereich weniger Megabyte pro Monat. Der ganz überwiegende Teil des Volumens bleibt also für Handy und Tablet übrig. Ein solcher Hotspot löst damit zwei Aufgaben auf einmal — Internet im Fahrzeug und Anbindung der Box.

Wir verkaufen solche Geräte nicht und haben keine Verbindung zu den Anbietern; die Angebote ändern sich, und ein Blick auf aktuelle Konditionen und Erfahrungsberichte lohnt sich vor dem Kauf. Als Weg, die günstigere WiFi-Variante auch unterwegs nutzbar zu machen, funktioniert das Prinzip aber gut.

Was passt zu wem?

Für iNet X spricht: Du willst bei Truma bleiben, ein modernes Touch-Panel im Fahrzeug haben und alles aus einer Hand — und deine Heizung ist von 2018 oder jünger.

Für die ergänzende Box spricht: Du willst nichts ausbauen, dein CP Plus behalten, keine laufenden Kosten haben — oder deine Combi ist älter als 2018 und für iNet X ohnehin nicht freigegeben.

Ein Punkt noch zur Ehrlichkeit: Truma bietet mit iNet X einen ordentlichen Fernzugriff an, und für neuere Fahrzeuge ist das eine saubere Lösung. Der Unterschied liegt weniger in der Funktion als im Weg dorthin — Bedienteil tauschen und Abo, oder Gerät ergänzen und behalten, was da ist.

Fazit

Ein „Upgrade" der iNet Box selbst gibt es nicht — die Technik dahinter ist 2G, und das läuft aus. Was es gibt, sind zwei Wege zu App und Fernsteuerung: der Systemwechsel auf iNet X mit neuem Panel, oder eine zusätzliche Box, die das vorhandene Bedienteil unangetastet lässt.

Wenn du dir unsicher bist, welcher Weg bei deinem Fahrzeug funktioniert: Schreib uns mit Heizungsmodell und Baujahr. Wir sagen dir ehrlich, was geht — auch dann, wenn die Antwort lautet, dass eine andere Lösung besser passt.

CampMatic Truma WiFi — 149,00 EUR

CampMatic Truma 4G mit eigener SIM — 189,00 EUR

Alle Einbauschritte und die Kompatibilitätsliste findest du in der Hilfe.

Weiterführende Artikel: