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2G-Abschaltung: Was mit der Truma iNet Box passiert

Lesezeit: 8 Min
CampMatic

Wer eine Truma iNet Box im Fahrzeug hat, ist in den letzten Monaten vermutlich über das Thema gestolpert: Die Netze, über die die Box funkt, werden abgeschaltet. Was das konkret bedeutet, ab wann — und was man tun kann, steht hier.

Vorweg die Einordnung: Es besteht kein Grund zur Eile, aber es lohnt sich zu wissen, woran man ist. Besonders, weil der naheliegende Ausweg nicht für jeden offensteht.

Warum 2G für die Box lebenswichtig ist

Die iNet Box hat zwei Betriebsarten: Bluetooth im Nahbereich, etwa zehn Meter weit, und SMS für alles andere. Die SMS laufen über das 2G-Netz — die Box ist ein GSM-Modem mit eigener SIM-Karte.

Fällt 2G weg, fällt die Fernsteuerung weg. Die Box ist dann nicht kaputt: Direkt am Fahrzeug funktioniert sie per Bluetooth weiter. Aber genau die Funktion, für die man sie gekauft hat — Heizung anwerfen, bevor man ankommt — ist dann nicht mehr verfügbar.

Die Termine

Was Truma selbst angekündigt hat:

  • 1. Januar 2023 — Produktion der iNet Box eingestellt
  • 1. Januar 2027 — keine App-Updates und Maintenance-Releases mehr
  • 1. Januar 2028 — Ende von Service und Support

Was die Netzbetreiber planen:

  • Schweiz — 2G bereits seit Anfang 2023 vollständig abgeschaltet
  • Frankreich — Ende 2026
  • Schweden — Ende 2027
  • Deutschland, Telekom — 30. Juni 2028
  • Deutschland, Vodafone — September 2028
  • Deutschland, O2 Telefónica — zweite Jahreshälfte 2028

Für Deutschland bleibt also noch Zeit. Interessant ist aber der Blick über die Grenze.

Die Schweiz zeigt schon heute, wie es wird

Das ist der Punkt, der in der Diskussion oft untergeht: Die Abschaltung ist kein reines Zukunftsthema. Wer mit dem Wohnmobil in die Schweiz fährt, hat dort bereits jetzt keine Fernsteuerung mehr — das Netz, das die Box braucht, existiert nicht mehr.

Für alle, die im Winter in die Alpen fahren, ist das keine Randnotiz, sondern der Regelfall. Und mit Frankreich Ende 2026 kommt das nächste beliebte Reiseland dazu.

Der Ausweg — und für wen er nicht gilt

Trumas Nachfolgesystem heißt iNet X. Es funkt nicht mehr per SMS, sondern über eine eingebaute eSIM im Modul iNet X Connect. Das Problem liegt woanders: in der Kompatibilität.

Zwei Punkte sind entscheidend:

Erstens ersetzt das iNet X Panel das CP Plus. Es kommt nicht dazu, sondern an dessen Stelle. Das bedeutet Ausbau des vorhandenen Bedienteils.

Zweitens nennt Trumas Kompatibilitätsliste harte Grenzen. Für die Gas-Modelle Combi 4 und Combi 6 ist dort das Baujahr 2018 als Untergrenze angegeben, teilweise ergänzt um konkrete Seriennummern ab denen das Gerät unterstützt wird.

Und hier entsteht die eigentliche Zwickmühle. CP Plus und iNet Box wurden bereits ab etwa 2014 verkauft. Wer also eine Combi aus den Jahren davor hat, sitzt in einer unangenehmen Lage:

  • Die vorhandene iNet Box verliert bis 2028 ihre Fernsteuerung
  • Support gibt es ab 2028 ohnehin nicht mehr
  • Ein Wechsel auf iNet X ist laut Trumas eigener Liste nicht vorgesehen

Truma formuliert es zur laufenden Treueaktion selbst zurückhaltend: Der Wechsel sei „nicht in jedem Fahrzeug und nicht mit jeder bestehenden Gerätekonfiguration möglich". Ob sich ältere Geräte über einen Werkstattweg doch noch ertüchtigen lassen, ist uns nicht bekannt — das lässt sich am ehesten direkt bei Truma oder einem Servicepartner klären.

So prüfst du, wo du stehst

Drei Dinge lohnen den Blick, bevor du irgendetwas kaufst:

  1. Baujahr und Seriennummer der Heizung. Das Typenschild sitzt am Gerät selbst, meist unter der Sitzbank oder im Staukasten. Damit lässt sich anhand von Trumas Kompatibilitätsliste klären, ob iNet X überhaupt infrage kommt.
  2. Der Aufkleber am Bedienteil. Steht dort „iNet ready", enthält dein CP Plus die Elektronik für die Bus-Kommunikation. Das ist die Voraussetzung für jede Lösung, die über den Bus mit der Heizung spricht.
  3. Wie du unterwegs bist. Fährst du vor allem in Deutschland, hast du noch Jahre Zeit. Zieht es dich regelmäßig in die Schweiz oder ab 2027 nach Frankreich, ist das Thema für dich schon jetzt aktuell.

Was bleibt, wenn iNet X nicht geht

Für ältere Heizungen ist das eigentlich Ärgerliche: Der Heizung selbst fehlt nichts. Sie läuft, sie heizt, sie hat ein funktionierendes Bedienteil. Was wegfällt, ist nur der Funkweg nach draußen.

Genau da setzt eine ergänzende Box an. CampMatic wird an einen freien Anschluss der Truma gesteckt und übernimmt die Verbindung — je nach Variante über WLAN oder über das 4G-Mobilfunknetz. Das CP Plus bleibt dabei an seinem Platz und funktioniert unverändert weiter.

Wichtig für alle, die von der Baujahrgrenze betroffen sind: Hier gilt eine andere Voraussetzung. Unterstützt werden alle kompatiblen Modelle (Gas wie Diesel) mit CP Plus ab Firmware C4, egal in welchem Fahrzeug — u. a. im VW Grand California getestet. Ein Gerät, das für iNet X zu alt ist, kann damit durchaus funktionieren.

Die 4G-Variante nutzt LTE und ist von der 2G-Abschaltung nicht betroffen. Wer ein WLAN im Fahrzeug hat oder einen mobilen Hotspot nutzt, kommt mit der WiFi-Variante günstiger weg.

Ob es bei deinem Fahrzeug passt, sagen wir dir vorab — schreib uns einfach Modell und Baujahr.

Fazit

Die iNet Box hat ihre Zeit gehabt, und Truma geht mit den Enddaten offen um. Für Fahrzeuge ab Baujahr 2018 ist iNet X der vorgesehene Weg, und für viele wird das die passende Lösung sein.

Offen bleibt die Gruppe mit älteren Combi-Geräten: funktionierende Heizung, funktionierendes Bedienteil, aber keine vorgesehene Nachfolgelösung. Wer dort steht, muss nicht die Heizung tauschen — es reicht, den Weg nach draußen zu ersetzen.

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Fragen zur Kompatibilität? Die Hilfe führt Schritt für Schritt durch Einbau und Einrichtung.

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