RuuviTags sind großartige Sensoren: Ein Knopfzellen-getriebener Funksender misst Temperatur, Luftfeuchte und Luftdruck auf ±0,2 °C genau und hält jahrelang. Aber sie haben einen Haken — sie senden nur per Bluetooth Low Energy. Reichweite: rund 10 Meter. Sobald du weiter weg bist, siehst du deine Werte nicht mehr.
Um das zu lösen, verkauft Ruuvi das Ruuvi Gateway: eine stationäre Bridge, die die Sensoren ausliest und ins Internet weiterreicht. Nützlich — aber teuer. Der offizielle Listenpreis liegt bei rund 200 EUR (199 EUR netto bei Ruuvi), und das Gateway ist für die Steckdose zu Hause gedacht (Netzstrom, WLAN/Ethernet an einem festen Ort). Für ein Wohnmobil, das mal hier und mal dort steht, ist das die falsche Bauform zum falschen Preis.
Die gute Nachricht: Für einen Bruchteil davon bekommst du deine Ruuvi-Daten trotzdem zuverlässig ins Netz.
Warum RuuviTags allein nicht reichen
Ein RuuviTag ist ein reiner Sender. Er hat kein WLAN, kein Mobilfunk, keine eigene Internetverbindung. Damit die Messwerte irgendwo ankommen, muss ein Empfänger in Bluetooth-Reichweite stehen, der die Daten aufnimmt und weiterschickt. Bei der Hersteller-App ist dieser Empfänger dein Smartphone — deshalb siehst du die Werte nur, wenn du direkt daneben stehst.
Für den Blick aus der Ferne brauchst du eine dauerhaft laufende Bridge (auch „Gateway" genannt). Genau die Rolle übernimmt bei Ruuvi das teure Gateway — und bei uns das CampMatic-Gerät im Camper.
CampMatic Guard als günstige Ruuvi-Bridge
Das CampMatic-Gerät liest deine RuuviTags per Bluetooth aus und schickt die Werte über WLAN oder 4G in die Cloud. Von dort holst du sie dir von überall — genau das, wofür sonst das Ruuvi Gateway zuständig wäre, nur ab 59 EUR statt rund 200 EUR. Und im Gegensatz zum stationären Gateway ist CampMatic für den mobilen Einsatz gebaut.
Konkret kommen deine Ruuvi-Werte damit an:
- CampMatic App — jeder RuuviTag als eigene Kachel mit Live-Wert und Verlaufsdiagramm.
- Telegram-Bot — Push-Warnung bei Grenzwert-Überschreitung (z. B. Frostgefahr) plus Abfrage per Kommando.
- Home Assistant & MQTT — der Sensor erscheint per Auto-Discovery automatisch als Entität für eigene Dashboards und Automationen.
Der Preisvergleich im Überblick
| Ruuvi Gateway | CampMatic Guard | |
|---|---|---|
| Preis | rund 200 EUR | ab 59 EUR |
| Ruuvi in Cloud & App | ja | ja |
| Home Assistant / MQTT | ja | ja (Auto-Discovery) |
| Verbindung | nur WLAN (2,4 GHz) oder LAN-Kabel | WLAN — oder 4G ganz ohne WLAN |
| Ohne festes WLAN nutzbar | – (braucht immer WLAN/LAN) | ja (4G-Variante, ab 89 EUR) |
| Telegram-Warnungen | – | ja |
| Gasflasche & Bordbatterie | – | ja (Mopeka + BM2) |
| Für Wohnmobil geeignet | bedingt (stationär) | ja (dafür gebaut) |
Die Preise für das Ruuvi Gateway sind Circa-Angaben und können je nach Händler und Aktion schwanken — der Punkt bleibt: Als reine Bridge ist es die deutlich teurere Lösung, und für den Camper nicht die passende.
Kein WLAN am Stellplatz? Für das Gateway das Aus
Das ist der entscheidende Unterschied im Camper-Alltag: Das Ruuvi Gateway verbindet sich ausschließlich per WLAN (2,4 GHz) oder LAN-Kabel — eine Mobilfunk-Option (4G/LTE, SIM) gibt es nicht. Auf dem Campingplatz ohne brauchbares WLAN, auf dem Stellplatz oder beim Freistehen ist das Gateway damit schlicht offline. Und ein Heim-WLAN nützt dir nichts, wenn der Camper 150 km weit weg im Winterlager steht.
Genau dafür gibt es den CampMatic Guard 4G (ab 89 EUR): Er geht per Mobilfunk mit eigener SIM-Karte online — komplett ohne WLAN, europaweit. So kommen deine Ruuvi-Werte auch von einem einsamen Stellplatz oder aus dem abgelegenen Winterlager zuverlässig aufs Handy. Wer WLAN hat, nimmt den Guard WiFi ab 59 EUR — beide Varianten kosten deutlich weniger als das Gateway.
Mehr als nur eine Bridge
Der eigentliche Unterschied ist nicht nur der Preis. Das Ruuvi Gateway kann ausschließlich Ruuvi-Sensoren weiterreichen. CampMatic ist eine komplette Camper-Zentrale, die den Ruuvi-Empfang gleich mitbringt:
- Gasflasche — Füllstand per Mopeka-Sensor, aus der Ferne.
- Bordbatterie — Spannung und Ladezustand per BM2 (1..n Batterien).
- Ruuvi-Umgebung — Temperatur, Luftfeuchte, Luftdruck (1..n Sensoren).
- Truma-Heizung — mit der Truma-Linie zusätzlich steuerbar, nicht nur beobachtbar.
Alles in einer App, nebeneinander. So erkennst du Zusammenhänge, die in getrennten Insel-Apps unsichtbar bleiben — etwa wenn die Innentemperatur fällt, obwohl die Heizung läuft und Gas noch da ist.
Und wenn ich Home Assistant nutze?
Dann bist du hier genau richtig. CampMatic meldet jeden Ruuvi-Sensor per MQTT-Auto-Discovery automatisch als Entität an — ohne Bastelei, ohne eigenes Gateway. Temperatur, Luftfeuchte, Luftdruck und Batteriespannung stehen dir sofort für eigene Dashboards, Automationen und Verlaufsdiagramme zur Verfügung. Wie das im Detail läuft, zeigt unser Beitrag Truma-Heizung in Home Assistant einbinden.
Einrichtung in wenigen Minuten
- Sensor aktivieren — RuuviTag einmalig mit der Ruuvi-App des Herstellers starten.
- In CampMatic hinzufügen — in den Einstellungen unter Geräte → Gerät hinzufügen den Ruuvi-Umgebungssensor wählen.
- Fertig — CampMatic findet den Sensor automatisch in Reichweite und zeigt ihn als eigene Kachel an. Parallel läuft er per MQTT in Home Assistant ein.
Eine bebilderte Anleitung findest du in der CampMatic-Hilfe unter „Externe Geräte".
Fazit
Wenn du deine RuuviTag-Werte aus der Ferne sehen willst, brauchst du eine Bridge. Das offizielle Ruuvi Gateway kostet rund 200 EUR und ist ein stationäres Heim-Gerät. CampMatic Guard ab 59 EUR erledigt dieselbe Aufgabe, ist mobil (WLAN oder 4G) und bringt Telegram-Warnungen sowie Gas- und Batterie-Monitoring gleich mit. Für Camper — und für alle, die nicht nur Ruuvi, sondern ihr ganzes Bordsystem im Blick haben wollen — ist das die günstigere und rundere Lösung.
→ CampMatic Guard WiFi (CM_LC_01) — Ruuvi, Gas & Batterie überwachen, 59,00 EUR
→ CampMatic Guard 4G (CM_LC_GSM01) — dasselbe ganz ohne WLAN, 89,00 EUR
→ CampMatic Truma WiFi (GC_HW01) — zusätzlich Heizung steuern, 149,00 EUR
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